Wie lässt sich Gingivarezession anhand eines intraoralen Scans beurteilen?

Andrew Singer

Zahnmedizinischer Autor

3Shape

Eine Gingivarezession lässt sich mithilfe digitaler Intraoralscans in Kombination mit einer softwaregestützten Analyse beurteilen. Durch die digitale Erfassung der Zähne und des umgebenden Weichgewebes können Zahnärzte die Gingivaränder in einem digitalen Workflow visualisieren, das Ausmaß der Rezession beurteilen und Veränderungen im Zeitverlauf überwachen.

Gingivarezession wird traditionell durch eine visuelle Untersuchung und klinische Messungen diagnostiziert. Digitale Technologien bieten heute eine zusätzliche Möglichkeit zur Beurteilung des Zahnfleischzustands, indem sie detaillierte digitale Darstellungen der Zähne und des umgebenden Weichgewebes erfassen.

Mithilfe eines intraoralen Scans können Zahnärzte den Zahnfleischrand und andere anatomische Merkmale visualisieren, die für die Beurteilung von Gingivarezession relevant sind. In Kombination mit einer softwaregestützten Analyse können diese digitalen Daten die Beurteilung und Klassifizierung von Gingivarezession im Rahmen eines strukturierten digitalen Arbeitsablaufs unterstützen.

Was erfasst ein intraoraler Scan zur Diagnose der Gingivarezession?

Zur Beurteilung von Gingivarezession erfasst ein intraoraler Scan eine digitale Darstellung der Zähne, der Zahnfleischränder und des umgebenden Weichgewebes. Dadurch können Zahnärzte die Position des Zahnfleischgewebes im Verhältnis zu den Zahnoberflächen digital darstellen und beurteilen.

Der Scan erfasst anatomische Merkmale, die für die Beurteilung von Gingivarezession relevant sind, darunter die Position des Zahnfleischrandes, freiliegende Wurzeloberflächen, die Rezessionstiefe und die Konturen des Weichgewebes. Diese Strukturen lassen sich anschließend als 3D-Modell aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und untersuchen.

Der Scan selbst liefert keine Diagnose einer Gingivarezession. Stattdessen liefert er digitale Informationen, die mit einer speziell für die Beurteilung von Gingivarezession entwickelten Software überprüft, vermessen und analysiert werden können.

Eine ausführliche Erklärung, wie beim intraoralen Scannen digitale Daten erfasst und verarbeitet werden, finden Sie in unserem Artikel zur Funktionsweise von Intraoralscannern. 

Wie lange dauert ein intraoraler Scan zur Beurteilung von Gingivarezession?

Intraorales Scannen wird zunehmend als Alternative zur herkömmlichen Abformung eingesetzt und kann den Ablauf der Datenerfassung vereinfachen. Je nach Erfahrung des Anwenders kann ein Scan des gesamten Zahnbogens in weniger als einer Minute durchgeführt werden. Durchschnittlich benötigt ein Zahnarzt etwa 1 bis 3 Minuten, um alle relevanten Daten zu erfassen.

Wie funktioniert die softwaregestützte Beurteilung?

Die softwaregestützte Beurteilung beginnt mit einem digitalen intraoralen Scan der Zähne und des umgebenden Weichgewebes. Die erfassten Scandaten werden verarbeitet und als digitales Modell dargestellt, das in der Software betrachtet und analysiert werden kann.

Der Arbeitsablauf folgt einer strukturierten Abfolge: Erfassung der relevanten anatomischen Strukturen, Verarbeitung der Scandaten, Erstellung eines visuellen 3D-Modells und Darstellung von Informationen, die die klinische Beurteilung unterstützen. Zusammen liefern diese Schritte eine digitale Darstellung des Mundzustands des Patienten, die gemeinsam mit anderen klinischen Befunden beurteilt werden kann.

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Schritte dieses Prozesses erläutert - von der Scanaufnahme bis zur softwaregestützten Analyse.

1. SCHRITT:

Optische Erfassung des Gingivarandes und
der Rezessionstiefe

Der Prozess beginnt mit der digitalen Erfassung der Zähne und des umgebenden Weichgewebes. Zur Beurteilung einer Gingivarezession erfasst der Scan Informationen über die Position des Gingivarandes, die Rezessionstiefe und die Konturen des umgebenden Gewebes.

Die erfassten Scandaten bilden die Grundlage für die anschließende Visualisierung und softwaregestützte Analyse.

2. SCHRITT:

3D-Datenverarbeitung in Echtzeit

Nach der Erfassung werden die Scandaten verarbeitet und zu einer digitalen 3D-Darstellung des gescannten Bereichs zusammengeführt. Die Daten werden in der Software strukturiert und dargestellt, sodass der Zahnarzt die gescannten Zähne und das umgebende Weichgewebe als digitales Modell betrachten kann.

Dieses digitale Modell bildet die Grundlage für die anschließende Visualisierung und Analyse.

3. SCHRITT:

Farbiges 3D-Modell

Nach der Verarbeitung werden die Scandaten als farbiges 3D-Modell des gescannten Bereichs dargestellt. Diese visuelle Darstellung ermöglicht es dem Zahnarzt, die Zähne und das umgebende Weichgewebe digital zu betrachten.

Das Modell kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und zur Analyse anatomischer Strukturen herangezogen werden, die für die Beurteilung einer Gingivarezession relevant sind, darunter der Gingivarand und die Konturen des umgebenden Gewebes.

SCHRITT 4:

KI-gestützte Analyse

Sobald der Scan verarbeitet und als farbiges 3D-Modell dargestellt wurde, kann die Software die erfassten Scandaten analysieren und die Ergebnisse dem Zahnarzt zur Begutachtung präsentieren. Bei einer möglichen Gingivarezession hebt die Software Bereiche hervor und visualisiert Auffälligkeiten, die möglicherweise einer weiteren klinischen Untersuchung bedürfen.

Die Analyse wird in der Software angezeigt und soll den Zahnarzt bei der Beurteilung des Scanbereichs unterstützen. Sie stellt eine zusätzliche Quelle visueller Informationen zur Verfügung, die der Zahnarzt zur Überprüfung heranziehen kann. Die endgültige Diagnose muss jedoch stets vom Zahnarzt gestellt werden.

Die Ergebnisse können im Rahmen der klinischen Gesamtbeurteilung überprüft und als Teil der digitalen Patientenakte gespeichert werden.

Dieser scanbasierte Arbeitsablauf ist in die 3Shape Dx-Software integriert und ermöglicht eine KI-gestützte Auswertung der Scandaten. Dadurch können Zahnärzte Bereiche überprüfen, die möglicherweise einer weiteren klinischen Untersuchung bedürfen.

Zusammenfassung dieser Arbeitsweise

Der Prozess beginnt mit einem intraoralen Scan der Zähne und des umgebenden Weichgewebes. Die Scandaten werden verarbeitet, um ein farbiges 3D-Modell zu erstellen, das in der Software betrachtet werden kann.

Anschließend kann die Software eine KI-gestützte Analyse der Scandaten durchführen und Befunde hervorheben, die möglicherweise einer weiteren klinischen Untersuchung bedürfen. Diese Informationen unterstützen den Zahnarzt bei der Beurteilung, indem sie relevante Bereiche sichtbar machen. Die endgültige Diagnose bleibt dabei in der Verantwortung des Zahnarztes.

Die Ergebnisse können im Zeitverlauf überprüft, in die klinische Dokumentation aufgenommen und für die Patientenkommunikation sowie die Behandlungsplanung genutzt werden.

Eine Demonstration, wie die KI-gestützte Analyse in der Software durchgeführt und überprüft wird, finden Sie im TRIOS Dx-Workflow-Video.

Grundlagen der Klassifizierung der Gingivarezession

Klassifizierungssysteme dienen dazu, den Schweregrad und die Merkmale einer Gingivarezession systematisch zu beschreiben. Sie bieten eine strukturierte Grundlage für die klinische Beurteilung und unterstützen die Kommunikation sowie die Behandlungsplanung.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Klassifizierungssysteme für Gingivarezession vorgeschlagen, darunter die Kairo-Klassifikation1 und die Miller-Klassifikation2.
Die einzelnen Systeme verwenden unterschiedliche Kriterien, um das Ausmaß der Rezession und ihre klinischen Auswirkungen zu beschreiben.

Cairo-Klassifikation der Gingivarezession

Das Cairo-Klassifikationssystem dient der Klassifizierung von Gingivarezessionen anhand des Ausmaßes des interdentalen Gewebeverlusts.

Es wurde entwickelt, um eine behandlungsorientierte Klassifikation auf Grundlage des interproximalen klinischen Attachmentverlustes zu schaffen, und 2017 im Rahmen des Weltworkshops zur Klassifikation parodontaler und periimplantärer Erkrankungen und Zustände übernommen.1

Das System umfasst drei Kategorien:

  • RT1 – Kein Verlust an interproximalem Gewebe. Die Interdentalpapille füllt den Interdentalraum vollständig aus.
  • RT2 – Es liegt ein interproximaler Gewebeverlust vor, der jedoch gleich oder geringer ist als die vestibuläre Rezessionstiefe.
  • RT3 – Der interproximale Gewebeverlust ist größer als die vestibuläre Rezessionstiefe, was auf einen ausgeprägteren interproximalen Gewebeverlust hindeutet.

Diese Klassifikation unterstützt Zahnärzte dabei, den Schweregrad einer Gingivarezession einzuschätzen und die Erfolgsaussichten einer Wurzelabdeckung zu beurteilen.

Miller-Klassifikation der Gingivarezession

Das Miller-Klassifikationssystem ist eine etablierte Methode zur Klassifizierung von Gingivarezessionen.

Es berücksichtigt die Position der Rezession im Verhältnis zur mukogingivalen Linie sowie das Vorhandensein eines interdentalen Gewebeverlusts.2

Das System umfasst vier Klassen:

  • Klasse I – Die Gingivarezession reicht nicht bis zur mukogingivalen Linie, und es liegt kein interdentaler Knochen- oder Weichgewebeverlust vor. Eine vollständige Wurzelabdeckung ist zu erwarten.
  • Klasse II – Die Gingivarezession reicht bis zur mukogingivalen Linie oder darüber hinaus, es liegt jedoch kein interdentaler Gewebeverlust vor. Eine vollständige Wurzelabdeckung ist in der Regel erreichbar.
  • Klasse III – Es liegt ein interdentaler Knochen- oder Weichgewebeverlust oder eine Zahnfehlstellung vor. Es ist nur eine teilweise Wurzelabdeckung zu erwarten.
  • Klasse IV – Es liegt ein schwerer interdentaler Gewebeverlust oder eine ausgeprägte Zahnfehlstellung vor. Eine Wurzelabdeckung wird in der Regel nicht als realistisches Behandlungsziel angesehen.

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Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Miller- und der Cairo-Klassifikation?

Beide Systeme können zur Klassifizierung von Gingivarezession herangezogen werden, legen dabei jedoch unterschiedliche Kriterien zugrunde.

Die Cairo-Klassifikation konzentriert sich in erster Linie auf das Ausmaß des Weichgewebeverlusts im interdentalen Bereich und lässt sich dadurch bei der klinischen Untersuchung vergleichsweise einfach anwenden.

Die Miller-Klassifikation berücksichtigt unter anderem die mukogingivale Linie, die interdentalen Knochenniveaus und die Zahnstellung. Die Beurteilung dieser Kriterien kann zu einer größeren Variabilität zwischen verschiedenen Untersuchern führen.

Wie sind die Klassifizierungen in der Software zu interpretieren?

Dx erkennt Gingivarezession anhand freiliegender Wurzeloberflächen und liefert Messwerte zur Tiefe der Rezession.

Für jede Stelle mit Gingivarezession zeigt die Software die mittlere und die maximale Rezessionstiefe an. Anhand der maximalen Rezessionstiefe werden die Befunde verschiedenen Kategorien zugeordnet, darunter größer als 0,25 mm, 0,5 mm, 3 mm und 5 mm.

Zahnärzte können diese Messwerte zur Unterstützung ihrer klinischen Beurteilung heranziehen und auf dieser Grundlage die entsprechende klinische Klassifizierung vornehmen.

Welche Klassifikation wird in der klinischen Praxis häufiger verwendet?

Die Cairo-Klassifikation wurde im Rahmen des Weltworkshops zur Klassifikation parodontaler und periimplantärer Erkrankungen und Zustände im Jahr 2017 eingeführt. Sie wird in der aktuellen Forschung und klinischen Praxis häufiger verwendet als die Miller-Klassifikation.1

Die Miller-Klassifikation ist jedoch weiterhin weit verbreitet und anerkannt. Sie wird insbesondere bei der Bewertung älterer Literatur sowie im klinischen Austausch mit Zahnärzten verwendet, die noch nach dem ursprünglichen System ausgebildet wurden.2

Wie beeinflussen Klassifikationen die Behandlungsplanung bei Gingivarezession?

Klassifikationen unterstützen Zahnärzte dabei, die Erfolgsaussichten einer Behandlung zur Wurzeldeckung einzuschätzen.

RT1 und Miller-Klasse I/II weisen im Allgemeinen eine günstige Prognose auf, sodass eine vollständige Wurzeldeckung möglich sein kann. Bei RT2 und Miller-Klasse III ist in der Regel eher eine teilweise Wurzeldeckung zu erwarten. Daher ist es besonders wichtig, den Patienten realistische Erwartungen an das Behandlungsergebnis zu vermitteln.

RT3 und Miller-Klasse IV gelten im Allgemeinen als weniger geeignet für Verfahren zur Wurzeldeckung. In diesen Fällen liegt der Schwerpunkt der Behandlung häufig auf der Erhaltung des vorhandenen Gewebes, der Behandlung ursächlicher Faktoren und der Prüfung alternativer Behandlungsoptionen.

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Digitale Beurteilung vs. visuelle Untersuchung: Genauigkeit und klinische Unterschiede

Gingivarezession wird traditionell durch eine visuelle Untersuchung und klinische Messungen mit einer Parodontalsonde beurteilt. Die digitale Analyse ergänzt diese Beurteilung durch die Visualisierung und Auswertung von Scandaten.

Was beeinflusst die Genauigkeit der Software?

Mehrere Faktoren können die Beurteilung einer Gingivarezession beeinflussen. Die größte Fehlerquelle liegt dabei in der Identifizierung der Schmelz–Zement-Grenze (SZG).

Zahnstein, Restaurationen, Erosionen und Abrasionen können die SZG verdecken. In solchen Fällen müssen Zahnärzte ihre Position möglicherweise schätzen, anstatt sie direkt zu messen. Auch Entzündungen können die Beurteilung beeinträchtigen, da sie zu einer Schwellung des Gewebes führen können. Weitere Einflussfaktoren sind der Gewebephänotyp, insbesondere ein dünner Phänotyp, sowie die Zahnstellung, Zahnrotationen, bukkale Verschiebungen und ausgeprägte Wurzelvorsprünge.

Digitale Genauigkeit im Vergleich zur Parodontalsonde — was die Forschung zeigt

Eine von 3Shape gesponserte Querschnittsstudie verglich die Beurteilung von Gingivarezession anhand von Scandaten mit der klinischen Beurteilung mithilfe einer Parodontalsonde. Die Studie untersuchte die diagnostische Genauigkeit, Präzision und Übereinstimmung der Messungen zwischen den beiden Methoden.

Die Ergebnisse zeigten, dass die scanbasierten Messungen reproduzierbar waren und eine gute Übereinstimmung mit den klinischen Messungen aufwiesen.

Die Studie stellte außerdem fest, dass die klinische Messung mit einer Parodontalsonde nach wie vor den derzeitigen Referenzstandard darstellt, während intraorale Scans dazu beitragen können, einige der Einschränkungen der klinischen Beurteilung zu überwinden.3

Weitere Informationen finden Sie in dieser Studie.

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Wie wird eine Gingivarezession diagnostiziert?

Gingivarezession wird traditionell durch eine visuelle Untersuchung und klinische Messungen diagnostiziert. Dazu gehören die Beurteilung des Zahnfleischrandes und die Messung der Rezessionstiefe mit einer Parodontalsonde.

Anhand dieser Befunde werden das Ausmaß und der Schweregrad der Rezession beurteilt.

Digitale Arbeitsabläufe bieten eine zusätzliche Methode zur Beurteilung. Dabei werden intraorale Scans und softwaregestützte Analysen  genutzt, um Gingivarezession digital zu visualisieren und zu vermessen.

Unabhängig von der verwendeten Methode bleibt die endgültige Diagnose in der Verantwortung des Zahnarztes.

Kann die digitale Analyse eine Parodontalsonde vollständig ersetzen?

Nein. Die digitale Analyse kann die Beurteilung von Gingivarezession durch die Visualisierung und softwaregestützte Auswertung von Scandaten unterstützen, ersetzt jedoch nicht die klinische Untersuchung.

Eine Parodontalsonde bleibt ein wichtiges Instrument für die klinische Beurteilung und gilt üblicherweise als Referenzstandard für die Messung der Rezessionstiefe.

Die digitale Analyse kann zusätzliche Informationen liefern. Die endgültige Diagnose und die klinische Beurteilung der Befunde bleiben jedoch in der Verantwortung des Zahnarztes.

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Klinische Auswirkungen: Warum diese Technologie in der Praxis wichtig ist

Der Nutzen der Technologie geht über die Identifizierung von Bereichen hinaus, die möglicherweise einer weiteren Untersuchung bedürfen. Die Visualisierungs-, Mess- und Dokumentationsfunktionen der Software können Routineuntersuchungen, die Kommunikation mit Patienten und die täglichen Arbeitsabläufe in der Praxis unterstützen.

Auswirkungen auf die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung

Bei einer routinemäßigen zahnärztlichen Untersuchung können Zahnärzte ihre klinische Beurteilung durch Bilddaten und Messwerte zu Befunden wie Gingivarezession, Plaqueansammlung, Zahnabnutzung und Oberflächenkaries ergänzen.

Die Dx-Software hebt Bereiche hervor, die möglicherweise einer weiteren Untersuchung bedürfen, und ermöglicht es Zahnärzten, Scans aus verschiedenen Terminen zu vergleichen, um Veränderungen im Zeitverlauf zu verfolgen. Die Software unterstützt damit die klinische Beurteilung, während die Diagnose und die Entscheidung über die Behandlung weiterhin in der Verantwortung des Zahnarztes liegen.

Auswirkungen auf Behandlungsgespräche

Patienten fällt es möglicherweise leichter, Befunde zu verstehen, wenn sie diese direkt auf einer Aufnahme sehen können. Dx Plus bietet farbcodierte Visualisierungen und Messwerte, die Zahnärzte dabei unterstützen können, Befunde wie Gingivarezession während der Beratung anschaulicher zu erklären.

Indem Zahnärzte die Befunde direkt zeigen, anstatt sie nur mündlich zu beschreiben, können sie ihren Patienten helfen, besser zu verstehen, was festgestellt wurde, warum der Befund relevant ist und welche Gründe für die empfohlene Nachsorge oder Behandlung sprechen. Ausgewählte Befunde können zudem über die DentalHealth-App geteilt werden, sodass Patienten sie nach dem Termin noch einmal ansehen können.

Effizienz der Arbeitsabläufe und Behandlungszeit

Dx Plus unterstützt klinische Arbeitsabläufe, indem es Visualisierungen, Messungen und dokumentierte Befunde an einem zentralen Ort zusammenführt. Die Befunde können in einem Bericht zusammengefasst und zusammen mit den Scandaten des Patienten gespeichert werden. So entsteht eine visuelle Referenz, die Zahnärzte bei der Dokumentation und bei Folgeuntersuchungen nutzen können.

In Praxen, in denen geschulte Teammitglieder die Scans durchführen, können Scan und Analyse möglicherweise bereits vor der Konsultation vorliegen. Dadurch können sich Zahnärzte auf die klinische Beurteilung, die Behandlungsplanung und die Kommunikation mit dem Patienten konzentrieren. Die Verantwortung für die endgültige Diagnose und die Entscheidung über die Behandlung bleibt dabei beim Zahnarzt.

Zusammenfassung: Wie digitale Analysen die Kommunikation mit Patienten unterstützen können

Die digitale Analyse von Gingivarezession kombiniert intraorale Scandaten mit softwaregestützter Visualisierung und Messung, um die klinische Beurteilung zu unterstützen.

  • Im Gegensatz zur rein visuellen Beurteilung liefert die scanbasierte Analyse visuelle Messwerte und ermöglicht es, Veränderungen im Zeitverlauf zu verfolgen.
  • Die Dx-Software markiert und misst Bereiche mit Gingivarezession direkt auf dem Scan und unterstützt Zahnärzte dabei, die Befunde während der Kontrolluntersuchung zu überprüfen.
  • Visuelle Befunde können die Kommunikation mit Patienten erleichtern und bei der Dokumentation sowie bei Folgegesprächen unterstützen. Die klinische Diagnose und Beurteilung bleiben dabei in der Verantwortung des Zahnarztes.

Quellen

  1. Cairo F, Rotundo R, Miller PD Jr, Pini Prato G. The interproximal clinical attachment level to classify gingival recessions and predict root coverage outcomes: explorative and reliability study. Journal of Clinical Periodontology. 2011;38(7):661–666.
  2. Miller PD Jr. A classification of marginal tissue recession. International Journal of Periodontics & Restorative Dentistry. 1985;5(2):8–13.
  3. West NE, Wright M, Daly S, Newcombe RG, Davies M, Kuralt M, West NX. Diagnostic accuracy of on-scan assessments compared to clinical assessments using a periodontal probe for detecting gingival recession: a cross-sectional study. Journal of Dentistry. 2026;166:106504. doi:10.1016/j.jdent.2026.106504.

Über Andrew Singer

Andrew Singer

Zahnmedizinischer Autor

3Shape

Andrew Singer ist leidenschaftlicher Journalist und hat sich darauf spezialisiert, über Medizintechnologie zu schreiben. Seit 2014 verfasst er Texte zur Zahnheilkunde und vermittelt dabei komplexe Sachverhalte der digitalen Dentaltechnologie in verständlichen Worten.

Bei 3Shape stellt er sicher, dass Erfahrungsberichte über die Digitalisierung der Zahnheilkunde weitere Zahnärzte inspirieren, die eine digitale Umstellung ins Auge fassen.