Der TRIOS von 3Shape ist weit mehr als nur ein Intraoralscanner

Dr. Jonathan L. Ferencz ist genauso wie 3Shape der Überzeugung, dass TRIOS weit mehr als nur ein digitales Abformsystem ist. Deshalb arbeiten seine Kollegen und er eng mit 3Shape zusammen, um neue und kreative Anwendungen für den Intraoralscanner zu entwickeln. So verändern innovative 3Shape Produkte wie z. B. der TRIOS Behandlungssimulator, TRIOS Patient Specific Motion- und TRIOS Patient Monitoring-App schon heute die Zahnheilkunde und erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Zahnarztpraxen.

In dem folgenden Interview erklärt Dr. Jonathan L. Ferencz warum Ärzte den TRIOS Scanner von 3Shape in allen Behandlungsräumen und Scans von jedem Patienten haben sollten.

Was genau meinen Sie damit, wenn Sie sagen, dass TRIOS nicht einfach nur ein Intraoralscanner ist?

Zuerst dachten wir, dass die digitale Zahnheilkunde nur ein anderer Begriff für CAD/CAM ist. Und normalerweise gehörte es bei den CAD/CAM Anwendungen dazu, das Gebiss in irgendeiner Art und Weise zu rekonstruieren. Das heißt beispielsweise, dass verformte, unästhetische oder fehlende Zähne entweder durch eine feste oder abnehmbare Restauration ersetzt werden müssen.

Das war es, was man sich in den letzten 10 Jahren in Industrie und Praxis unter CAD/CAM vorgestellt hat. Durch meine enge Zusammenarbeit mit 3Shape ist mir aber erst klargeworden, dass die Scan-Technologie neben ihrer eigentlichen Anwendung zur Prothesenherstellung, ein noch viel größeres Potenzial als Kommunikations- und Demonstrationstool hat.

Während einer Weiterbildung an der Universität von Alberta in Edmonton, hatte ich darüber ein Gespräch mit dem Leiter des dortigen Fachbereichs. Dessen Schwiegersohn, ein professioneller Hockeyspieler, musste sich als Folge einer schlimmen Verletzung einer ausgedehnten kieferchirurgischen Operation unterziehen und ein vorheriger Kieferscan wäre für die Behandlung von enormem Vorteil gewesen. So mussten sie erst seinen gebrochen Oberkiefer richten, bevor der Kieferchirurg ihn in Okklusion bringen und mit beweglichen Segmenten verschließen konnte. Ein vorhandener Bissabdruck wäre in dieser Situation für sie von unschätzbarem Wert gewesen. Das hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie extrem wichtig solche Scans sein können.

Wird der Scan in der Patientendatei gespeichert?

Ich glaube, wir können uns das Potenzial noch gar nicht vorstellen, Scans von jedem Patienten als Grundlage für die weitergehende Behandlung zur Verfügung zu haben.

Egal ob ich beobachten will, wie sich ein krankhafter Zustand entwickelt, oder nur den Ausgangszustand für die Zukunft festhalten will falls einmal etwas passierten sollte. Es ist in jedem Fall absolut sinnvoll Scans für die Zukunft in der Patientendatei zu archivieren. Wenn sich ein Patient irgendwann einmal einen Zahn beschädigt, dann können wir ihn jederzeit mit dem, in seiner Datei archivierten Ausgangszustand vergleichen.

Oder stellen Sie sich vor, dass ein Patient einen Fahrradunfall hat und Sie sonntags anruft, um Ihnen mitzuteilen, dass er sich beim Sturz beide Vorderzähne abgebrochen hat.

Anstatt einer aufwendigen manuellen Reproduktion der individuellen Vorderzähne, können wir heute einfach die exakte Zahnform und Farbe einem Scan entnehmen, den wir 5 Jahre vorher aufgenommen haben.

Die einzige Möglichkeit, die wir früher in so einem Fall hatten waren Fotos, aber ehrlich gesagt waren die leider meistens ziemlich wertlos.

Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass es bei einem Intraoralscanner keine gesundheitsschädliche Strahlung und somit kein Gefährdungspotenzial gibt, da ein Scan im Prinzip nichts anderes als ein High-Speed Video ist. Es gibt also wirklich keine Nachteile und keine Kosten.

Dokumentation und grafische Darstellung

Die Scan-Technologie bietet so viele großartige Möglichkeiten und ich bin der festen Überzeugung, dass sie gerade auch zur Dokumentation und grafischen Darstellung genutzt werden sollte. So kann die Behandlung in Echtzeit, also während ein Patient im Behandlungszimmer sitzt, mit anderen Spezialisten diskutiert werden. Ganz gleich, ob es sich dabei um einfachen Karies, einen Sprung, eine Krone oder um eine anspruchsvollere ästhetische Behandlung handelt.

Das riesige Potenzial der Technologie wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich. Ein Scan kann auf dem Bildschirm okklusal oder lingual angezeigt und von jeder möglichen Richtung betrachtet werden. Als Zahnarzt hat man jetzt die Möglichkeit dem Patienten anhand seiner eigenen Zähne am Bildschirm genau zu zeigen, warum ihm ein bestimmter Zahn Probleme macht. Das er gebrochen, nicht in Okklusion, oder in Hyperokklusion ist. Vor wenigen Jahren war so was noch absolut unmöglich.

Deshalb bin ich davon überzeugt, dass Zahnärzte in Zukunft TRIOS nicht nur bei manchen Patienten, sondern bei jedem Patienten verwenden werden und dass diese Technologie ein fester Bestandteil unserer täglichen Routine werden wird.

Heißt das, dass es bald mehrere Intraoralscanner in Ihrer Praxis geben wird?

Bei meinen Patienten, die von Millenials bis zu Achtzigjährigen reicht, ist mir aufgefallen, dass in unserer digitalen Zeit jeder sofort begreift, was ich ihm etwas anhand von digitalen Scans erkläre und die meisten Patienten sind von der neuen Technologie wirklich beeindruckt.

Hätten sie früher einer Behandlung nur aus Vertrauen dem Arzt gegenüber eingewilligt, stimmen sie ihr heute zu, da die Demonstration anhand von Scans einfach so überzeugend ist, dass ihnen die weitere Behandlung ganz von selbst einleuchtet.

Um auf die Sache mit den Behandlungsräumen zurückzukommen: Manchmal brauche ich ein bestimmtes Gerät für Retraktionen. Und obwohl ich es nicht mal täglich benutze, habe ich in jedem Behandlungsraum eines fertig aufgebaut stehen, das sofort einsatzbereit ist, sobald es eingeschaltet wird. Wenn ich aber dafür in einen anderen Raum gehen, einen Patienten in diesen Raum verlegen, oder jemanden in dem Raum, in dem das Gerät steht, stören müsste, dann würde ich es höchstwahrscheinlich gar nicht verwenden. Obwohl ich das Retraktionsgerät vielleicht höchstens 5 Minuten am Tag benutze, habe ich trotzdem vier davon in unserer Praxis, eines pro Behandlungsraum. Und Gleiches trifft natürlich auch für die Intraoralscanner zu.

Selbst bei der Vorsorgeuntersuchung, ist der Scan die beste Möglichkeit dem Patienten zu zeigen was die beste Behandlung für ihn wäre. Falls der Scanner aber in einem anderen Behandlungsraum gerade benutzt wird, kann es durchaus sein, dass ich nur deshalb keinen Scan machen würde. Das ist der Grund, warum es von Vorteil ist, mehr als nur einen Scanner zu haben.

Außerdem habe ich festgestellt, dass auch die Akzeptanz für Behandlungen bei den Patienten signifikant gestiegen ist, seit ich bei jedem Termin scanne und ihnen anhand ihrer Scans zeige, was genau gemacht werden muss und wie das Ergebnis in ihrem Fall aussehen wird. Wenn deswegen dann auch nur ein Patient aufgrund eines durchgeführten Scans einer größeren Behandlung zustimmt, dann bezahlt das schon fast den nächsten Scanner.

Deshalb ist es in meiner Praxis zur Norm geworden, jeden Patienten zu scannen sowie in jedem Behandlungsraum einen Scanner zu haben.

Dr. JL Ferencz

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