Drei-Schritt-Anleitung zur modellfreien Fertigung von Kronen mithilfe von Dental System™

Im letzten Newsletter 3Shape Digitale Trends (August 2014) berichtete der Laborinhaber Sune Schmidt über die Entwicklung seines erfolgreichen Geschäftsmodells, indem er seinen Zahnärzten modellfreie Kronen angeboten hatte. Die Kronen werden als modellfrei bezeichnet, weil das Labor bei deren Fertigung kein Modell der Patientenzähne erstellen muss, um die CAM-gefertigten Kronen zu überprüfen und anzupassen.  Das Interesse des Marktes an modellfreien Kronen steigt jeden Tag und in dieser Ausgabe erklärt Sune Schmidt, wie er diese fertigt.

Schmidt Dental Lab ist ein relativ kleines Familienunternehmen mit Sitz in Horsens, Dänemark. Im letzten September hat das Labor 211 modellfreie Kronen an Zahnärzte in Dänemark ausgeliefert. Damit wurde sein bisheriger Rekord von 160 im August ausgelieferten modellfreien Kronen übertroffen.  Die 211 gefertigten Kronen ermöglichten eine Produktionssteigerung pro Monat um über 1200% gegenüber dem Vorjahr für das Dentallabor.  Das Labor erweitert seinen Kundenstamm auch dadurch, dass sich das neue Produkt unter den Zahnärzten herumspricht.

Wir haben Sune gefragt: Wie fertigen Sie also eigentlich Ihre modellfreien Kronen?
„Kurz zusammengefasst, die Genauigkeit der TRIOS-Digitalabformung in Kombination mit genau festgelegten und sorgfältig geprüften Design- und Fräsparametern macht es möglich, Kronen mit perfekter Passform ohne Modelle zu fertigen“, so Sune Schmidt.

Im Folgenden führt uns Sune durch die grundlegenden Schritte zur modellfreien Fertigung von Kronen in Dental System™ mit Hilfe von TRIOS-Scans.

Der Arbeitsablauf für eine modellfreie Fertigung von Kronen – von Sune Schmidt

Der Prozess der modellfreien Fertigung von Kronen lässt sich grob in 3 wichtige Schritte einteilen:

  1. Erstellen Sie eine Krone, einschließlich aller Kontaktpunkte und Artikulation für eine korrekte dynamische Okklusion.
  2. Wenden Sie Ihre Frässtrategieeinstellungen und einen Abstand für den Zementspalt an und fräsen Sie die Krone
  3. Führen Sie eine manuelle Nachbearbeitung durch – Bemalen und Glasieren für Ästhetik

Sune Schmidt von Schmidt Dental Lab

Nehmen Sie sich Zeit, um die Kronen zusammen mit dem Zahnarzt zu kontrollieren

Wenn Sie mit dem modellfreien Arbeiten anfangen, werden Sie und Ihr Zahnarzt die Kronen beim ersten Schritt überprüfen müssen. Überprüfung ist eine entscheidende Voraussetzung für eine effiziente und zuverlässige modellfreie Fertigung. Es geht darum, wie Sie die Passungsparameter von modellfreien Kronen in der Software je nach der von Ihnen eingesetzten Fräsanlage und dem Material ein für alle Male genau anpassen. Weitere Anleitungen zur Überprüfung gebe ich im folgenden Workflowschritt: Stellen Sie die Parameter der Stumpfinnenseite und des Zementspalts ein.

1. Eine Krone erstellen

1.1 Empfangen Sie den Scan in Ihre Inbox.

Geben Sie das Lieferdatum an, sodass der Zahnarzt darüber informiert ist, wann er die fertige Restauration geliefert bekommt. Bei dem modellfreien Verfahren wird potenziell eine schnellere Lieferung gewährleistet.


TRIOS Inbox in Dental System™

 

1.2 Legen Sie den Auftrag an.

Hier können Sie das Material für die Krone auswählen. Stellen Sie sicher, dass die Option Modell nicht ausgewählt ist, weil wir eine Krone ohne Modell fertigen werden und den Model Builder in Dental System™ nicht starten müssen.


Anlegen Ihres Auftrags im Auftragsformular

 

1.3 Bereiten Sie den Scan vor dem Design auf – Beschneiden Sie den Scan.

Möglicherweise hat der Zahnarzt den Scan beschnitten, bevor er diesen an Ihr Labor gesendet hat. Es ist jedoch wichtig, dass Sie den Scan auf überflüssige Bereiche prüfen und diese bei diesem Schritt entfernen. Ich trimme das Modell möglichst stark, weil viele Zahnärzte erwarten, dass ich diese Aufgabe übernehme. Überflüssige Bereiche auf dem Scan können die Bissregistrierung und die Genauigkeit der virtuellen Artikulation beeinträchtigen, wenn Sie die Krone später in der Software überprüfen.


Aufbereitung – Überflüssige Bereiche vom Scan entfernen – Beschneiden

 

1.4 Überprüfen Sie die statische Okklusion vom Bissscan.

Der Zahnarzt kontrolliert die statische Okklusion oft selbst in seinem TRIOS-System. Sie sollte jedoch im Labor vor dem Design überprüft werden, weil Sie über kein Modell verfügen werden, um die statische Okklusion später zu kontrollieren. Richten Sie den Biss bei Bedarf erneut aus.


Aufbereitung – Statische Okklusion vom Biss überprüfen

 

1.5 Legen Sie Präparationsgrenzen fest.

Es ist von Nutzen, die Abformung farbig und monochrom kombiniert anzuzeigen, während die Präparationsgrenze festgelegt wird. Die zwei einzelnen Ansichten werden verschiedene Merkmale des Präparationsgrenzenbereichs hervorheben und Ihnen dadurch helfen, die genaue Positionierung der Präparationsgrenze zu bestimmen. Sie können auch HD-Fotos verwenden, falls der Zahnarzt diese mit der digitalen Abformung beigefügt hat. Mit der TRIOS-Softwareversion 2014 wird es einfacher als je zuvor, sich die Präparationsgrenzendetails anzusehen. Der Zahnarzt hat auch hier möglicherweise eine Präparationsgrenze markiert. Es ist aber für das Labor empfehlenswert, diese vor dem Designen und Fräsen der Krone zu überprüfen.


Verwenden Sie sowohl die farbige als auch die monochrome Ansicht bei der Bestimmung der Präparationsgrenze.

 

1.6 Kontrollieren Sie die Einschubrichtung.

Ich verlasse mich auf die automatische Option Einschubrichtung in Dental System™, um eine vorläufige Einschubrichtung festzulegen, und kontrolliere diese anschließend manuell.


Benutzeroberfläche für die Einschubrichtung

 

1.7 Stellen Sie die Parameter der Stumpfinnenseite und des Zementspalts ein.

Sie werden die Zementspaltparameter je nach der von Ihnen eingesetzten Fräsanlage und dem Material anpassen müssen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um einen effizienten Workflow der modellfreien Produktion einzurichten, und Sie sollten die notwendige Zeit und Mühe darin investieren.

Die einzige zuverlässige Methode, die perfekten Einstellungen zu finden, ist eine Reihe von Tests durchzuführen. Anfangs können Sie Modelle verwenden, um eine ungefähre Vorstellung über die Werte zu gewinnen. Die tatsächliche Überprüfung wird aber in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt durchgeführt, der die Passgenauigkeit der Kronen im Mund des Patienten überprüfen wird.

Konkret bedeutet dies, dass Sie während der Testphase wenigstens 3 Varianten der Krone mit unterschiedlichen Zementspalteinstellungen erstellen und fräsen sollten. Sie werden all diese Kronen anschließend an den Zahnarzt senden, der diese im Mund des Patienten anprobiert. Der Zahnarzt berichtet dann seinerseits, welche der Kronen die beste Passform hat. Wiederholen Sie diesen Vorgang bei mehreren Fällen und bestimmen Sie auf Grund der gesammelten Daten die perfekte Dicke des Zementspalts für Ihre modellfreien Kronen.

Sobald Sie Ihre optimalen Zementspalteinstellungen und Fertigungsparameter herausgefunden haben, können Sie sich darauf bei jedem Auftrag verlassen, wenn modellfreie Kronen auf derselben Maschine und aus demselben Material gefräst werden. Selbstverständlich werden Sie erneut testen müssen, wenn Sie eine neue Maschine erwerben oder ein anderes Material verwenden.


Stumpfpassung – Parameter des Zementspalts bestimmen und einrichten

 

1. 7 Erstellen Sie die Krone.

Designen Sie die Krone wie gewohnt oder verwenden Sie eine Funktion zur automatischen Platzierung der Krone je nach Auftrag.


Automatisch platzierte Krone

 

1.7 Designen und überprüfen Sie die Kontaktpunkte.

Designen und kontrollieren Sie die Krone in Bezug auf die mesialen und distalen Kontaktpunkte. Mit dem Werkzeug Automatische Platzierung wird Ihnen eine vorläufige Position der Krone vorgeschlagen, und mit den Dental System™-Freiformwerkzeugen können Sie diese anpassen. Mit Hilfe des Schere-Werkzeugs können Sie die Zahnoberfläche von innen anzeigen, um schnell zu erkennen, wo und wie viel überflüssiges Material auf dem Kontaktpunkt vorhanden sein wird. Mit Hilfe der Abstandsübersicht können Sie die mesialen und distalen Kontaktpunkte überprüfen.


Mesiale und distale Kontaktpunkte erstellen. Das Schere-Werkzeug zeigt das überflüssige Material auf Kontaktpunkten an.

 

1.8 Verwenden Sie dynamische virtuelle Artikulation.

Da wir kein Modell fertigen, müssen Sie die dynamische Okklusion immer mit Hilfe der Softwarekomponente „Virtueller Artikulator” kontrollieren. Sie bekommen kein Modell, das Sie einartikulieren könnten.


Kontrolle der dynamischen Okklusion in der Software

 

1.9 Virtuelle Artikulation – Passen Sie die Konstruktion an und überprüfen Sie die Kontaktpunkte.

Wählen Sie die Schaltfläche “Konstruktion anpassen”, um das überflüssige Material zu entfernen und eine störungsfreie dynamische Okklusion zu gewährleisten. Selbstverständlich müssen Sie abschließend die okklusalen Kontaktpunkte überprüfen.


Konstruktion an die dynamische Okklusion anpassen

adaptdesignjpg

Kontrolle der okklusalen Kontaktpunkte in der dynamischen Okklusion

 

2. Fräsen Sie die Krone.

Während der im Schritt 1.7 beschriebenen Erprobungen erarbeiten Sie Ihre Frässtrategien und Parameter für alle modellfreien Kronen, die auf derselben Maschine und aus demselben Material gefräst werden. Wählen Sie die optimalen Fräsparameter hinsichtlich Geschwindigkeit versus Detail. Ihre Voreinstellungen werden eine hohe Fräsproduktivität mit modellfreien Kronen ermöglichen.

Beachten Sie, dass ein abgenutzter Bohrer die Ergebnisse beeinträchtigen kann, weil Ihre Voreinstellungen in diesem Fall nicht genau ausgeführt werden können. Ich empfehle Ihnen, klare Regeln (Zeitabstände, Anzahl von Kronen) zu erstellen, die festlegen, wann der Bohrer gewechselt werden muss, um konsistente Ergebnisse zu gewährleisten.

Bei Bedarf können Sie die von Ihnen erstellten modellfreien Kronen extern fräsen lassen, wenn Sie noch nicht bereit sind, in weitere Anlagen zu investieren.  Wenn das der Fall ist, werden Sie und Ihr Fräsanbieter in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt Test durchführen müssen, um eine korrekte Frässtrategie und Zementspaltparameter zu finden.

 

3. Bearbeiten Sie die Krone nach.

Bemalen und glasieren Sie die einteilige modellfreie Krone gemäß den Anweisungen des Materialanbieters. Wenn die Krone nicht bemalen werden soll, kann ich diese in demselben Programm kristallisieren und glasieren, um Zeit zu sparen.

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